Och Menno, ich bin schon wieder etwas ins Hintertreffen geraten mit den zu veröffentlichen Gerichten.
Allerdings hatte ich am Freitag ein wirklich nicht leicht zu verkraftendes Erlebnis: Dramatik pur - mit tödlichem Ausgang.
Eigentlich sollte es ja nur ein gemütliches Treffen mit den alten Komilitonen bei einem Dinner im Kloster Knechtsteden werden. Sogar Professor Schöngeist war gekommen, um sich die vier Gänge nicht entgehen zu lassen. Als BWL-Student hatte ich mit ihm ja früher weniger zu tun, aber es war schön, dass sich wenigstens einer der Professoren hatte blicken lassen.
Nach einem kleinen Aperitif wurde uns schon die leckere Vorspeise aufgetischt:

Leider waren auch die nicht so erfreulichen Gäste mit von der Partie - z.B. Björn Krass. Der alte Angeber und Schwerenöter musste natürlich erstmal wieder mit Haus, Autos und Booten, sowie seinen Frauengeschichten angeben. Seine Ex-Frau, Miss "Ich-kriege-gute-Noten-weil-ich-gut-aussehe", Clarissa wäre vielleicht besser garnicht erst gekommen. Das dauernde Ankeifen der Beiden hat die Stimmung doch ziemlich runtergezogen.
Selbst der Lachmann war aufgetaucht aus seinem Whisky-Fass, in dem er sich wohl seit dem Studium verkrochen hatte. Die ganzen Jahre unter Alkohol waren an ihm nicht ganz ohne Spuren vorbei gegangen. Aber das ist auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass seine Firma nach Untersuchungen von der Steuerfahndung pleite gegangen ist und er sehr viel Geld verloren hatte. Es wurde schon immer getuschelt, dass Björn daran nicht ganz unbeteiligt war.
Nichts desto trotz haben wir uns die Suppe schmecken lassen:

Ich hatte vorher noch nie klare Tomatensuppe gegessen und war ziemlich überrascht über den sehr intensiven Tomatengeschmack. Während ich mich mit meinen Tischnachbarn noch darüber unterhielt, wie so etwas wohl zubereitet wird, geschah dann das Unfassbare.
Es wird etwas länger, darum geht es erst auf der zweiten Seite weiter...
Ein Gast fiel nämlich einfach um und zwar direkt hinter meinem Sitzplatz - mausetot. Erst später stellte sich heraus, dass er vergiftet worden war.
Ja. Vergiftet. - Ihr könnt Euch garnicht vorstellen, was das für ein Gefühl war. Wir wussten das natürlich zu dem Zeitpunkt noch nicht, aber geschockt waren wir trotzdem. Stellt Euch die Situation doch mal selber vor...
Die später eingetroffene Polizei hat uns auch verboten, Namen oder Details zu nennen, aber vermutlich könnt Ihr es in den nächsten Tagen sowieso in der Zeitung lesen.
Es ging verständlicherweise ziemlich drunter und drüber in den folgenden Minuten, so dass wir den Hauptgang garnicht so richtig geniessen konnten.

Aber was sollten wir sonst machen, das Dinner war bezahlt und den Toten hätten wir auch nicht wiederbeleben können. Fisch ist sowieso nicht so ganz mein Fall, aber die "schwarzen Kartoffeln" waren schon wieder etwas Neues. Auch wenn ich schon davon gehört hatte, habe ich sie vorher noch nie gegessen. Ich fand, sie schmeckten süsslicher als die "normalen", die man sonst als Beilage kennt.
Und dann ging es schon wieder Schlag auf Schlag. Ich kann mich garnicht genau erinnern was alles passierte, nachdem der Kommissar aufgetaucht war und uns der Reihe nach befragt hatte. Teilweise habe ich die Sachen selber nur von den anderen Gästen gehört. Aber ich will keine Vermutungen oder nicht haltbare Verdächtigungen äußern. Nachher wird mir das ganze noch in die Schuhe geschoben.
Geht es Euch auch so, dass man bei so einem Stress unbedingt etwas Süßes braucht? Der Nachtisch kam dafür genau zur richtigen Zeit:

Die Mandelhippe stellt übrigens Handschallen dar, die Kommissar Fritz noch am selben Abend klicken lassen konnte. Durch unsere gezielte Mithilfe und die schnellen Analysen der Gerichtsmedizinerin Eva Skalpelli konnte der Fall noch schneller gelöst werden, als man es aus dem Fernsehen kennt.
Aber vielleicht lag es auch daran, dass das Krimi-Dinner dann schon vorbei war. Sollte so ein Dinner mal bei Euch in der Nähe stattfinden, kann ich es nur empfehlen. Der Abend war fast so, wie ein guter Tatort sein sollte: Mittendrin, statt nur dabei
. Und wenn zur Begrüßung eine "German Kleinigkeit" auf dem Tisch liegen sollte, überlegt lieber zwei Mal, ob Ihr sie essen solltet. Sagt nur später nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt.
Die Namen der Gerichte lauteten übrigens wie folgt: "Corpus Delikti" (Aperitif), "Verwirrung im Studentenfutter" (Vorspeise), "Blutroter Verdacht" (Suppe), "Im trüben Fischen" (Hauptgang) und "Die Lösung" (Dessert).


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