Eigentlich hatte ich die Saunudeln aus dem letzten Artikel als meinen Beitrag zum Koch-Event "Sau-gut" eingeplant, aber dann bin ich heute noch über ein anderes sau-gutes Thema gestolpert: Die dicken Bohnen, die ich in der letzten Gemüsekiste hatte.
Die dicke Bohne, die in der Wikipedia unter dem Namen Ackerbohne geführt wird, hat noch viele andere Namen: Favabohne, Große Bohne, Pferdebohne, Faberbohne, Puffbohne oder eben Saubohne. Bingo.
Die Bohne ist bei uns schon seit dem Altertum bekannt. Sie stammt vermutlich aus dem Orient und gilt als eine der ältesten Kulturpflanzen. Umso seltsamer ist es, dass mir diese tolle Bohne irgendwie total unbekannt war. Jedenfalls konnte ich mich nicht daran erinnern, sie schon einmal gesehen oder gar gegessen zu haben. Das ist übrigens ein Grund, wieso ich die Gemüsekiste so liebe: Man bekommt immer mal wieder Sachen, die man nicht kennt oder im Laden einfach links liegen lässt.

Auf dem oberen Bild sieht man die Bohne sowohl im ursprünglichen Zustand als auch geschält. Die einzelnen Samen haben dann noch eine Schutzhülle. Diese kann man sehr einfach entfernen, nachdem die Bohnen ca. 5-6 Minuten gekocht und mit kaltem Wasser abgeschreckt wurden. Chef John, dessen Video-Blog ich übrigens allen englischsprachigen Lesern empfehlen möchte, hat die Vorgehensweise einmal sehr detailliert in einem seiner Videos (Cool Beans - Turning the Mysterious Fava Bean Inside Out) gezeigt. Dass ich die Bohne also zumindest schon mal online gesehen habe ist mir eingefallen nachdem ich den Namen Favabohne gelesen hatte.
Um daraus jetzt ein vollwertiges Gericht zu machen, habe ich die Bohnen wie beschrieben geschält, gekocht, abgeschreckt, aus ihrer Hülle gedrückt und dann kurz mit ein paar Zwiebeln und Speck in einer Pfanne geschwenkt.

Dazu gab es selbst gestampfes Kartoffelpüree mit Röstzwiebeln und etwas Muskatnuss, sowie eine grobe Bratwurstschnecke, in der bestimmt auch noch ein wenig Sau enthalten war.
Der kleine Haufen an Saubohnen ist übrigens alles, was von dem Stapel Bohnen nach dem Schälen noch übrig war. Das ist aber auch das einzige, was ich an den Bohnen als Nachteil sehen würde: Schälen und aus der Hülle drücken ist eine aufwendige Fleissarbeit. Dafür wird man aber mit einer leckeren und zarten Bohne belohnt, die es sonst nicht jeden Tag auf den Tisch gibt.
Mir hat es jedenfalls geschmeckt.


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