Apr 23

Gimahhot bietet in seinem Blog eine Abwrackprämie für den ältesten, lustigsten und abgewracktesten tragbaren Musikplayer.

Also habe ich mal ein paar Fotos von meinem Musik-Abspielgerät gemacht:

Universum Cassetten-Tonbandgerät Modell CT 2717

Das Gerät ist wohl gute 3 Jahre älter als ich und wurde ca. 1971 für das Grossversandhaus Quelle in 851 Fürth gebaut. Es hatte dort die Bestellnummer 00134.

Typenschild

Im Vergleich zu heutigen Geräten hat das CT 2717 eine fast unüberschaubare Anzahl an Optionen zur Stromversorgung.

Betrieben werden konnte es unter anderem mit 4 Monozellen mit je 1.5 V (IEC R20). Falls jemand diesen Batterietyp nicht mehr kennen sollte: Die Batterien haben eine Höhe von 6.15 cm und einen Durchmesser von 3.42 cm. Vier solcher Batterien wiegen ca. 600 Gramm.

Damit diese Ungetüme nicht allzu schnell entleert werden, kann man das Tonbandgerät auch direkt im Auto anschliessen. Hierbei ist allerdings zu beachten dass das Bordnetz des Autos eine Spannung von 6 Volt nicht überschreitet. Ich befürchte, dass das heutzutage eher schwierig wird.

Glücklicherweise gibt es als dritte Option einen im Gerät enthaltenen Stecker für den Anschluss an eine 220 V Wechselstrom-Steckdose. Dieser Anschluss kommt auch mit den heutzutage vorherrschenden 230 V Steckdosen ohne Probleme zurecht.

Zwei dieser Anschlussoptionen verbergen sich auf der Rückseite des Gerätes. Im Bild ist rechts das Batteriefach zu sehen. Oben befindet sich der Stauraum für das 220 V-Anschlusskabel.

Rückseite

Anschlüsse an der Seite
Neben dem Kabel war in diesem Fach auch Platz für ein Handmikrofon, falls vor Ort direkt Aufnahmen gemacht werden sollten. Beim Versuch die Paarungslaute einer afrikanischen Schwalbe aufzuzeichnen, hat sich diese leider das Mikrofon geschnappt und ist mit ihm in Richtung seines Heimatkontinentes entflogen. Viel hätte nicht gefehlt und die Schwalbe hätte sogar noch das Gerät mitgeschleppt. Eine europäische Schwalbe hätte hierfür vermutlich einen Nachbrenner benötigt, aber afrikanische Schwalben sind bekannt für ihre enorme Tragkraft. Biologen streiten schon seit Jahren, ob eine afrikanische Schwalbe die erste Kokosnuss nach Europa gebracht hat.

Die dritte Möglichkeit - der 6 V-Anschluss für das Auto - ist an der Seite angebracht.

Dort befinden sich auch der Anschluss für das nicht mehr vorhandene Mikrofon und zwei Anschlüsse für einen Kopfhörer. Man sollte für einen ungetrübten Stereo-Genuss beide Anschlüsse benutzen.

Das Gerät selbst hat einen Lautsprecher eingebaut, so dass die Benutzung eines Kopfhörers nicht zwingend erforderlich ist.

Die Steuerung des Gerätes ist über die mechanischen Schaltknöpfe denkbar einfach.

Steuereinheit

Schiebt man den mittleren Schalter nach oben, wird der enthaltene Datenträger abgespielt. Hierdurch wird das Stopp-Symbol sichtbar, in dessen Position der Schalter ursprünglich steht. Von der Stopp-Position aus, kann man sequentiell vor- aber auch zurückspulen, indem man den Schaltknopf nach rechts oder links bewegt.

Man beachte die Ähnlichkeit der Anordnung im Vergleich zu der runden Anordnung der Steuerelemente von moderneren Geräten.

Um eine Aufnahme zu starten, drückt man den roten Knopf "Aufn." und schiebt gleichzeitig den Schaltknopf nach oben. Dieses ist nur bei Datenträgern möglich die keinen aktivierten Schreibschutz haben.

Ein Datenträger wird über den orangenen Knopf "Cassette" zur Entnahme vorbereitet. Hierzu sollte das Gerät im Stopp-Modus stehen.

Als Datenträger werden sogenannte "Cassetten" verwendet. Diese speichern die Daten magnetisch auf einem Band, das im Inneren des Gehäuses auf zwei Spulen auf- bzw. abgewickelt wird. Zur Verdoppelung der Kapazität können Cassetten einfach umgedreht werden. So gab es Bänder mit einer Speicherkapazität von bis zu 90 oder maximal 120 Minuten. Es gibt auch spezielle Cassetten, in denen das Band in einer endlosen Schleife läuft. Diese waren aber üblicherweise nur wenige Minuten lang.

Der Lautstärke-Regler ist im ersten Bild oben rechts am Gerät zu erkennen. Er zeigt die jeweils aktuelle Lautstärke in der Mitte des Anzeigebereichs an. Durch einfaches Drehen des Knopfes kann die Lautstärke reguliert werden.

Ebenfalls im ersten Bild zu sehen ist der Tragegriff, der bei stationärem Einsatz in das Gerät geschoben werden kann. Der Griff ist aus massivem Metall. Er hat ein Gewicht von knapp 2000 g (mit Batterien: 2600 g) zu tragen.

Das Gerät ist grundsätzlich funktionstüchtig. Allerdings sind vermutlich die Antriebsriemen für die Spulen der Datenträger im Laufe der Zeit zu sehr abgenutzt worden. Seit ein paar Monaten produziert das CT 2717 darum nur noch Bandsalat, der sich auch mit Essig und Öl-Dressing nicht als Beilage genießen lässt.

Geschrieben von Thomas "Balu" Walter

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