Und schon gibt es wieder eine neue Kategorie hier im Blog: "Botanik". Ob das nun der richtige Begriff ist, kann ich nicht einmal sagen. Aber ich werde hier ein wenig über meinen Mikro-Garten berichten.
Und selbst bei diesem Begriff bin ich mir nicht sicher. Im englischen Sprachraum wird so etwas "Container Gardening" genannt. Hier habe ich öfters mal den Begriff "Kübelpflanzen" gehört. Habe ich also einen "Kübelgarten"?
Dass ich gerne mal selber amateurhaft koche wissen die geneigten Leser ja schon. Und wenn ich dabei normalerweise auf frische Zutaten achte, möchte ich dann eigentlich auch frische Kräuter verwenden. Natürlich bekommt man heute auch Töpfe mit diversen frischen Kräutern im Supermarkt oder sogar abgepackte frische Kräuter. Aber wo bleibt denn da der Spaß?
Also bin ich letzte Woche in den Baumarkt gefahren und habe mich mal etwas nach Materialien umgeschaut. Baumärkte sind für Männer ungefähr vergleichbar mit einem Schuhladen für Frauen. An jeder Ecke finden sich die tollsten Sachen, die man absolut nicht braucht, mit denen man aber bestimmt irgendwas völlig sinnloses machen könnte.

Neben den folgenden Materialien braucht man eigentlich nur einen Akkuschrauber mit einem 10mm Holzbohrer, ein Bastelmesser und eine Gießkanne.
- Zwei Mörtelkübel mit je 65 L Inhalt (je 3.95 EUR)
- eine Rolle Holzpalisade ("Rollboard" 5.85 EUR)
- ein 20 kg Beutel Zierkies (Rheinkies, 20/40, bunt; 4.35 EUR)
- 40 L Aussaaterde (9.95 EUR)
- 60 L Garten-Pflanzerde (9.95 EUR)
Nachdem ich mir diese Materialien zusammengesucht hatte, habe ich sogar etwas vergleichbares Fertiges entdeckt. Allerdings handelte es sich dabei um kleinere Plastikgefäße von denen mehrere in einer Holzverkleidung zusammengefasst wurden. Die Dinger nannten sich dann "Blumenkasten" und waren vielleicht hübscher anzusehen, aber auch ungleich teurer.
Ein wichtiger Punkt beim Anbau von Pflanzen in Kübeln ist eine gute Drainage. Wenn die Erde mit Wasser gesättigt ist, muss das übrige Wasser ablaufen können. Ansonsten baut man eher ein Moor als einen Garten.
Darum habe ich beide Kübel mit dem Akkuschrauber und einem 10 mm Holzbohrer bearbeitet und fleissig durchlöchert.
Die Löcher sollten nicht zu eng zusammen liegen, damit der Boden noch halbwegs stabil bleibt, aber auch nicht zu weit auseinander, damit das Wasser auch abfliessen kann. Ich habe einfach entlang beider Diagonalen Löcher im Abstand von ca. 5 cm gebohrt und von da aus den Rest des Bodens durchlöchert. Man sieht, dass ich die Löcher nicht auf eine Linie, sondern abwechselnd gesetzt habe. Ein Bastelmesser hat geholfen, die noch abstehenden Kunststoffreste abzuschneiden und die Löcher etwas zu entgraten.
Damit das Wasser am Boden leichter abfliessen kann, habe ich beide Kisten jeweils mit einer Lage Kies befüllt. Der Kies hat als Kategorie 20/40 angegeben. Ich vermute, dass es sich hierbei um die Größe der einzelnen Steinchen handelt. Sie sind also knapp doppelt so groß wie die gebohrten Löcher, was ein Durchrutschen effektiv verhindern sollte.

Abschließend folgen zwei Schichten Erde: Erst eine dicke Lage Pflanzerde und obenauf etwas weniger Anzuchterde.
Das Problem war eigentlich, dass ich keine Ahnung hatte, welche Art Erde ich überhaupt nehmen sollte. Es gibt spezielle Erde für Gräber, für Rosen, Tomaten, Pflanzen, Blumen, Gemüse, Anzucht, usw.. Also habe ich mich nach einer kurzen Beratung zu einer Mischung entschieden. Die Pflanzerde (auf dessen Packung auch das Stichwort Gemüse stand) stellt den Hauptanteil dar. Weil ich aber auch Gemüse selber aus Samen ziehen möchte, gibt es obenauf die Schicht Anzuchterde.
Auf dem Bild erkennt man auch schon die Holzpalisade. Hierbei handelt es sich um 30 cm hohe, halbierte Holzpfähle, die mit einem Draht zusammengehalten werden. So lassen sich die hässlichen Kunststoffkisten einfach und relativ hübsch verkleiden.
Die linke der beiden Kisten habe ich mit Pflücksalat von meinem Gemüsekistenhändler bepflanzt. Ausserdem habe ich zwischen den Salatpflanzen noch ein paar Streifen Radieschen gelegt und knapp mit Sand bedeckt.

Die Steinchen auf dem Rand habe ich zur Orientierung benutzt, um einen groben Abstand einhalten zu können.
Ich finde Pflücksalat sehr praktisch. Er ist nicht so eintönig, weil man von verschiedenen Salaten mischen kann. Außerdem muss man nicht jedes Mal einen kompletten Salatkopf ernten und dann auch schnell verbrauchen.
In der anderen Kiste habe ich ein paar Küchenkräuter gepflanzt.

Dort finden sich Oregano, Thymian (beide links) und Rosmarin (oben rechts), die ich zum Geburtstag geschenkt bekommen habe und Petersilie, Schnittlauch (Mitte) und Gartenkresse (unten rechts). Die letzten drei stammen ebenfalls von meinem Gemüsekisten-Lieferanten.
In der Gesamtansicht sieht das ganze dann so aus.

Ich denke, das bisschen Handarbeit hat sich gelohnt. Und da der Bau dieser beiden Kübel schon viel Spass gemacht hat, habe ich heute erstmal noch vier weitere gekauft. Ein paar Möhren wollen ja auch noch angepflanzt werden. Und wer weiß? Vielleicht fühlen sich auch Tomaten in solchen Kübeln wohl. Einen Teil des langen Wochenendes werde ich wohl mit Löcher bohren und Erde befüllen verbringen.
Was haltet Ihr von meinem Mikro-Garten?


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