Jun 7

Ich hatte ja schon mal auf die interessanten Anmerkung von Ulrike hingewiesen. Sie warnte davor, das Essen direkt in der Verpackung in die Mikrowelle zu geben, da sich dann die gefährliche Chemikalie Bisphenol-A aus dem Kunststoff lösen und ins Essen gelangen könnte.

BPA ist eine vielproduzierte Alltagschemikalie. Laut Wikipedia werden werden weltweit jährlich mehr als drei Millionen Tonnen davon hergestellt. Es wird als Hauptbestandteil bei der Herstellung von Polycarbonat-Kunststoffen (z. B. für Compact Discs, Plastikschüsseln, Babyfläschchen) und Epoxydharzlacken (z. B. für Beschichtungen von Konservendosen und Folienverpackungen) verwendet.

BPA hat estrogenartige Wirkung und steht im Verdacht sowohl gesundheits- als auch erbgutschädigend zu sein. Als Hormon stört es nicht nur die Sexual-, sondern auch die Gehirnentwicklung bei Mäusen und Vögeln. Ausserdem steht es im Verdacht, eine der Ursachen für die zivilisatorische Fettleibigkeit zu sein.

Dementsprechend sollte man sich mit dem Thema wirklich einmal genauer beschäftigen. Also habe ich unsere FRoSTA-Scout-Kontakte angeschrieben, die mir die Informationen vom Produktmanager besorgt haben. Marike schrieb dazu das folgende:

Nach Rücksprache mit dem Lieferanten schließt er [der Produktmanager] aus, dass dieser Stoff in das Produkt übergeht.

Unabhängig davon lassen wir alle unsere Verpackungen insbesondere auch auf solche Stoffübergänge überprüfen. Gerade auch dieses innovative Produktkonzept der Gourmet Mahlzeiten haben wir von einem anerkannten Forschungsinstitut für Packstoffe (ISEGA; http://www.isega.de/index.html) testen lassen, da die Zubereitung in der Mikrowelle ein viel diskutiertes Thema ist.

FRoSTA hat sich also auch hier Gedanken gemacht, was ich sehr lobenswert finde.

Man könnte jetzt einfach Entwarnung geben, aber ich wollte es noch genauer wissen. Die FRoSTA-Verpackung ist am Boden markiert mit dem Recycling-Symbol für Polyethylenterephthalat (PET):

PET 01
Auch hier muss ich mich wieder auf die Wikipedia verlassen. Im englischen Artikel zu Bisphenol-A steht, dass bei Verpackungen, die mit 1 (PET Polyethylenterephthalat), 2 (PE-HD High-Density Polyethylen), 4 (PE-LD Low-Density Polyethylen), 5 (PP Polypropylen), oder 6 (PS Polystyrol) gekennzeichnet sind, kein Bisphenol-A während der Polymerisierung oder Formung verwendet wird.

Dementsprechend sollte die Verpackung kein Bisphenol-A enthalten und so den Stoff natürlich auch bei einer Erhitzung in der Mikrowelle nicht abgeben können.

Und jetzt kontrollieren wir alle mal unsere Wasserkocher. Denn diese sind oft mit einer Beschichtung versehen, die Bisphenol-A enthält und dieses auch an das Wasser abgeben kann. Getestet wurde das z.B. im ÖKO-TEST Verlag. Wenn ich überlege, von wie vielen Kunststoffen wir täglich umgeben sind, wird es vermutlich nicht einfach, alle möglichen Gefahrenpunkte zu erkennen bzw. zu vermeiden.

Ich werde mir aber auf jeden Fall das Wort Polyethylenterephthalat für meine nächste Runde Galgenmännchen merken. :-)

Das oben verwendete PET 01-Bild stammt aus der Wikipedia und wurde vom User Tomia erstellt.

Geschrieben von Thomas "Balu" Walter

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