Jun 27

Und schon ist seit knapp drei Wochen wieder Funkstille hier. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wieviel Zeit man in seine tägliche Arbeit stecken kann und trotzdem das Gefühl hat, dass der Stapel einfach nicht kleiner wird.

So kann es dann auch schon mal vorkommen, dass man von einem Tag auf den nächsten plötzlich ein Gleitzeit-Stundenkonto von mehr als 250 Überstunden haben kann - was bei einer Halbtags-Stelle erstmal erarbeitet sein will. Da ist es dann auch kein Wunder, wenn viele private Sachen erstmal liegen bleiben.

So hatte ich z.B. seit Wochen den Plan, dem Shopblogger bei seinem Flaschen-Entsorgungs-Problem zu helfen. Der Anfang war auch schnell gemacht und ein leerer Halbliter-Rahmen, der mich zufällig in meinem Supermarkt anlachte, landete im Keller - und blieb dort - für Wochen...

So wurde ich tatsächlich zu einem Teil des Problems. Wie viele Shopblogger-Leser wohl eine ähnliche Idee hatten und jetzt leere Kisten im Keller horten, aber nicht an Björn weiterleiten?!? Glücklicherweise hat sich das Problem noch nicht erledigt, so dass ich mir heute schnell die Zeit genommen habe, das Paket auf den Weg zu bringen.

Übrigens kann man nicht einfach einen Adressaufkleber auf so eine Kiste kleben, da diese dann als Sperrgut gilt und 20 Euro kostet. Dabei hätte der Paketbote es mit den Griffen viel einfacher gehabt...

Dank der netten Dame am Schalter der Postfiliale konnte ich den Rahmen glücklicherweise noch vor Ort in einen Karton packen. Der hatte zwar doppelt so viel Platz wie nötig und musste dementsprechend gepolstert werden, kostet aber trotzdem nur knapp 7 Euro. So habe ich jetzt ein doppelt so großes und dementsprechend sperriges Paket verschickt, aber 13 Euro weniger bezahlt. Ich liebe solche Vorschriften...

Jetzt muss ich nur noch daran denken die ausgehenden Trackbacks zu deaktivieren, sonst erfährt Björn noch vorher von der kleinen Überraschung ;-).

Falls es Dich dann doch hierhin verschlägt, Björn: Ich lese Dein Blog, weil ich es einfach beeindruckend finde, wie Du trotz der vielen täglichen Probleme mit Leergutautomaten, defekten Heizungsrohren, Diebstählen, Paletten-U(n/m)fällen, Lieferanten und schwierigen Kunden Deinen Job immer noch zu lieben scheinst wie die Hölle.

Und um Himmels willen, verrate uns endlich, worum es in Deinem aktuellen Geheimprojekt geht. :-)

Geschrieben von Thomas "Balu" Walter

Jun 9

Oft sind meine Bentos auf die Schnelle improvisiert aus den Vorräten und Resten, die ich beim Bau des Bentos finde. Das heutige Bento macht hier keine Ausnahme:

Bento 2008-06-09

Im Hauptteil sieht man eine schnelle asiatische Pfannen-Kombo: Chinesisches Gemüse aus der Dose, ein paar Streifen Schnitzelfleisch aus dem Gefrierfach, Kokosmilch, und eine ordentliche Portion Curry auf Reis.

Als Beilage gab es ein paar Gurken-Sticks, ein gerolltes Omelett und drei Knusperkekse.

Die rote "Himbeere" links stammt aus dem Büro-Vorrat.

Geschrieben von Thomas "Balu" Walter

Jun 9

Gut 10 Monate ist es her, dass ich testweise mit dem Bloggen angefangen habe. Lange Zeit war ich der Meinung, Blogs seien einfach nur eine unnötige Zeitverschwendung. Aber irgendwie haben sich dann nach und nach doch immer mehr Blogs in meine Leseliste geschlichen.

Irgendwie schloss sich der Kreis, als ich über das Kochbuch für Geeks von Mela und Petra stolperte. In deren Blogs wiederum fand ich gar seltsame Dinge mit dem japanischen Namen "Bento". Ähnliche Bilder hatte ich schon mal im Netz gesehen, aber nie so richtig wahrgenommen.

Ich hielt diese (üblicherweise nicht) unscheinbaren Kästchen auf den ersten Blick für das, was wir in unseren Breitengraden als Henkelmänner kennen: Essen für unterwegs. Aber so richtig passten die Boxen auf den Bildern dann doch nicht in dieses Schema.

Zu dem Zeitpunkt hatte ich gerade angefangen, meine Ernährung umzustellen. Ich wollte gesünder essen und vor allem wieder mehr selbst kochen. Da waren die Bentos eine interessante Idee, auch das tägliche Kantinen-Essen in der Mensa durch eigene Menüs zu ersetzen. Als Julia in einem Kommentar anbot, ein paar original Bento-Boxen aus Japan zu schicken, war der Kontakt schnell hergestellt.

Allerdings hatte die Sache einen Haken. Eine Vorgabe von Julia war nämlich, dass ich über meine Bentos dann auch bloggen müsste. Da ich mich bis dato noch nicht damit beschäftigt hatte, ein eigenes Blog zu starten, war das eine interessante Aufgabe. Klar hätte ich eine Standard-Software benutzen können, aber das erschien mir langweilig. Also habe ich mit Bordmitteln des Wiki-Systems PmWiki mein erstes kleines Blog gebaut.

Das hat jetzt bald ein Jahr lang gut funktioniert, aber mir fehlte bis jetzt ein wichtiger Aspekt beim Bloggen: die Kommentare der Leser - falls sich denn überhaupt mal welche hierhin verirren. Es musste also ein freies, vollständiges, flexibles und in PHP geschriebenes Blog-System her, hinter dem auch eine nette Gemeinschaft an Leuten steht, die im Notfall Tipps geben oder schnell helfen können.

Der Weg zu Serendipity (S9Y) - dem "besten Blogsystem der Welt" - war dann sehr kurz. Das System wird auf vielen von mir gelesenen Blogs eingesetzt, der Hauptentwickler Garvin scheint sehr hilfsbereit zu sein und vor allem fix zu reagieren, der Code ist schnell, stabil und sauber programmiert. Ein Plugin-System erlaubt flexible Anpassungen des gesamten Systems, über 40 offizielle Templates liefern tolle Layouts und das System prüft automatisch auf Updates und neue Funktionalitäten... Kurz: die Software kann alles was ich brauche und noch viel mehr.

Aber - sie hatte auch einen großen Haken: Mein erster Eindruck war nämlich, dass die Dokumentation eher spärlich als ausreichend war. Viele Problemlösungen und Informationen musste man sich mühsam zusammensuchen.

Das geht so nicht, dachte sich wohl auch Garvin und hat im letzten Jahr ein 750 Seiten starkes Serendipity-Handbuch geschrieben, welches jetzt in gedruckter Form mit dem Titel Serendipity: Individuelle Weblogs für Einsteiger und Profis bei Open Source Press erschienen ist.

Da hier auf meiner neuen Baustelle noch viel zu tun ist, brauche ich dieses Buch unbedingt. Ich würde es mir direkt kaufen oder auch schenken lassen, aber es gibt noch eine bessere Option: Es bei Garvin zu gewinnen (und dann zu versuchen, auch eine persönliche Widmung zu bekommen ;-)).

Viele Gründe, wieso ich das Buch unbedingt gewinnen muss, habe ich bereits genannt. Es gibt aber noch einen viel wichtigeren: Da das Bloggen im Wiki ziemlich aufwendig ist, muss ich einfach zu Serendipity wechseln. Ohne Serendipity würde ich das Bloggen über kurz oder lang einstellen und auch nicht mehr über meine Bentos bloggen. Und warum soll ich selber kochen und Bento-Mahlzeiten zusammenstellen, wenn ich nicht mehr darüber blogge?

Das alles führt zu einem grauenvollen Ende. Meine Pläne, mich gesünder zu ernähren würden hoffnungslos in der Unbedeutsamkeit versacken, Fast Food und Mensa-Frass würden wieder Oberhand gewinnen. Ich würde wieder zu- statt abnehmen und letztendlich qualvoll an Herzverfettung, hohem Blutdruck oder anderen ekeligen Sachen zu Grunde gehen.

Garvin, ich brauche dieses Buch, um nicht als Eintrag beim Undertaker zu enden...

Geschrieben von Thomas "Balu" Walter