Einer der Gründe, wieso ich mich als FRoSTA-Scout beworben habe, ist das Reinheitsgebot, das FRoSTA seit 2003 umsetzt. Gehört hat davon vermutlich schon jeder, genauso wie die meisten sicher Peter von FRoSTA aus der Werbung kennen. Aber was hat es damit eigentlich auf sich?
Eine nicht repräsentative Umfrage unter Bekannten hat ergeben, dass die meisten Leute - mich eingeschlossen - garnicht genau wissen, was FRoSTA damit meint. Für die meisten Leute bedeutet es, dass FRoSTA auf Konservierungsstoffe oder künstliche Aromastoffe verzichtet. Da das aber auch für viele andere Produkte gilt, hält man es nicht für etwas Besonderes.
FRoSTA geht allerdings einen großen Schritt weiter, der mich ehrlich gesagt etwas überrascht hat, nachdem ich mich damit beschäftigt habe. Darum schreibe ich jetzt mal im Detail auf, worum es bei dem Reinheitsgebot wirklich geht:
- Keine Farbstoff- und Aromazusätze
- Das beinhaltet auch die "natürlichen Aromen", die zwar aus Naturprodukten gewonnen werde, aber das meistens im Labor...
Gewürzmischungen wie Curry werden bei Frosta aus den einzelnen Gewürzen (Curcuma, Bockshornkleesamen, Fenchel, Senfsaat, Koriander, Cayennepfeffer und Kreuzkümmel) selber zusammengestellt.
Statt aber nur mit Pulvern zu würzen, werden unter anderem frisch angeschwitzte Zwiebeln und gehackter Knoblauch verwendet.
Reines Steinsalz ohne Trennmittel, Rieselhilfen und Jodzusätzen muss in der Produktion oft erst aus großen Brocken gebrochen werden, um dann in einer Salzmühle gemahlen werden zu können. Warum sollte auch Salz mit Rieselhilfen verwendet werden, wenn das Salz in den fertigen Gerichten sowieso gleichmäßig verteilt ist?
- Kein Zusatz von Geschmacksverstärkern
- Das schliesst auch die Verwendung von Hefeextrakt aus, der in der Nahrungsmittelindustrie als Quelle für Mononatriumglutamat genutzt wird, aber laut Gesetz nicht als Geschmacksverstärker gekennzeichnet werden muss. Statt fertiger Brühen, Geschmacksverstärkern, Aromen und Hefeextrakte werden traditionell gekochte Fonds verwendet.
- Keine Emulgatoren- und Stabilisatorenzusätze
- Das bedeutet, dass z.B. Sahne kein Carragen enthält. Anstelle von High-Tech-Produkten aus industrieller Verarbeitung wie Trockenmilcherzeugnissen, Milcheiweiß oder Milchzucker kommen auch nur frische Milchprodukte zum Einsatz. Im Gegensatz zu den industriellen Produkten sind diese natürlich oft nur wenige Tage haltbar, was den logistischen Aufwand größer macht. Schmelzkäsezubereitungen sind kein Ersatz für traditionell gereiften Käse und Edelschimmelkäse wie Gorgonzola und Parmesan (natürlich frei von Nitraten und Farbstoffen).
- Keine chemisch modifizierten Stärken und gehärteten Fette
- Diese würden die Produktion erheblich vereinfachen, aber die kommen natürlich auch nicht in die Gerichte. Verwendet werden ausschließlich ungebleichte Kartoffel- oder Reisstärke.
Olivenöle stammen nur aus erster (Kalt-)Pressung.
Hierbei gilt das Reinheitsgebot nicht nur während der Produktion der Gerichte, sondern für alle verwendete Zutaten. Wird in einem Gericht Butter verwendet, enthält diese keine Farbstoffe, Sahne muss ohne Stabilisatoren auskommen und Salz wird ohne Trennmittel, Rieselhilfen oder Jodzusätzen verwendet.
Ich bin dabei etwas ins Grübeln gekommen, denn FRoSTA achtet bei der Produktion mehr auf die Inhaltsstoffe als ich. Überlegt doch mal, ob Ihr jedes Mal eine Gemüsebrühe selber ansetzt oder doch auf fertiges Pulver zurückgreift (auch wenn Ihr da auf die Zutaten achtet). Wie schwer Sahne ohne den Stabilisator Carragen zu bekommen ist, hat Foodfreak vor einigen Monaten selber herausfinden müssen.
Um das Reinheitsgebot schlussendlich umzusetzen, hat man bei FRoSTA in über 30 000 Arbeitsstunden Entwicklungsarbeit das komplette Sortiment überarbeitet. Hierbei wurden innerhalb von 2 Jahren 200 Zutaten neu definiert und dabei knapp 100 verschiedene Zusatzstoffe eliminiert. Der im Lebensmittelbereich bekannte Lebensmittelchemiker und Buchautor Udo Pollmer hat dabei geholfen, auch die zum Teil versteckten Stoffe aufzuspüren. Am Ende konnte nicht einmal für alle Zutaten Ersatz gefunden werden, so dass z.B. Wein (wird mit Sulfit geschwefelt) oder schwarze Oliven (meist mit dem Farbstoff Gluconat behandelt) aus den Rezepturen herausgenommen wurden.
Ich muss gestehen, dass ich nicht mit einem solchen Aufwand gerechnet habe und finde die Vorgehensweise von FRoSTA ehrlich bemerkenswert. Hättet Ihr das gewusst?
Geschrieben von Thomas "Balu" Walter