Mai 31

Das passt ja mal wieder wunderbar. Ich habe in der letzten Woche überlegt, was ich aus einem Restprodukt machen kann, das üblicherweise im Abfall landet. Und genau in dem Moment veröffentlich Küchenlatein ein Radieschengrün-Pesto.

Bei mir sind es die Blätter vom Kohlrabi, die durch die schroffe Behandlung beim Transport und Lagerung im Laden oft sehr unansehnlich sind.

Kohlrabi-Kohlrouladen auf gelben Erbsen.

Die feineren Kohlrabi-Blätter aus meinen Gemüsekisten habe ich oft schon mit in der weißen Soße verarbeitet, die ich klassisch zu Kohlrabi mache. Aber wieso sollte man nicht auch die großen Blätter verwenden können?

Also habe ich mir auf dem Markt zwei schöne Kohlrabis mit großen, möglichst unversehrten Blättern ausgesucht. Die Marktfrau war zwar etwas verwirrt, weil die Leute darauf wohl eher nicht achten. Aber als ich Ihr mein Vorhaben erklärte, gab es direkt eine kurze Diskussion über eine mögliche Zubereitung:

Die Blätter vom Kohlrabi lösen, waschen und den Stengel vom Blatt schneiden. Dabei auch das harte "unbeugsame" Stück im Blatt dünner schneiden oder gleich mit raustrennen.

Anschliessend die Blätter kurz in kochendem Wasser blanchieren. Dadurch werden die Blätter weicher und lassen sich besser wickeln. Ausserdem wird das kräftige Grün noch intensiver.

Für die Füllung habe ich dieselbe Hackfleischmischung genommen, wie ich sie für die "falschen Frikadellen" gemacht habe. Allerdings habe ich noch ein Ei ergänzt, was den Teig etwas "fluffiger" gemacht hat.

Jeweils eine passende Portion von dem Teig in ein Blatt wickeln und je nach Geschmack zu einer Rolle binden oder einfach nur auf die Nahtstelle in eine Auflaufform legen. Wenn die Blätter feucht sind, lassen sie sich auch versetzt übereinander legen, um größere Rouladen zu wickeln.

Ich habe die Rouladen anschliessend einfach im Ofen gegart. Leider sind die Blätter dabei sehr ausgetrocknet und waren teilweise brüchig wie angeschmortes Papier. Beim nächsten Mal versuche ich das mit etwas Flüssigkeit zu korrigieren. Die Blätter sind im Vergleich zu Wirsing oder Weißkohl auch sehr dünn. Vielleicht sollte man mehrere Schichten wickeln? Ausserdem könnte man direkt den Kohlrabi selbst mit im Ofen garen.

Faul wie ich war, habe ich die Rouladen dann einfach auf "Gelbe Erbsen mit Suppengrün" gelegt. Das ist eine Dose von "Bonne Cuisine", die ich in meinem Einkaufsmarkt gefunden habe. Grundsätzlich hätte ich da die üblichen Geschmacksverstärker, usw. erwartet. Aber laut Zutatenliste sind nur Gelbe Erbsen, Wasser, Suppengrün (gewürfelte Karotten, Porree und Petersilie), sowie Salz enthalten. Davon wird bestimmt gelegentlich eine Dose in meinem "Notfall-Fastfood-Ergänzungs"-Kellervorrat landen.

Geschrieben von Thomas "Balu" Walter

Mai 11

Eigentlich bin ich ja eher ein deftiger Frühstücker. Wurst und Käse mag ich irgendwie lieber auf Brot als Marmelade. Seit einigen Monaten gibt es aber hauptsächlich kernige Haferflocken mit Quark oder Joghurt und Früchten oder mal ein belegtes Brötchen aus der Mensa.

Am Sonntag bin ich dann erst spät aufgewacht und hatte irgendwie Hunger auf etwas anderes. Und gestern habe ich dann überlegt, dass es zum 5. Geburtstags-"Jubiläums-Blog-Event LVI - Brunch & Giveaway" passen könnte: Pancakes - die amerikanische Version unserer Pfannkuchen.

Pancakes mit Erdbeeren

Pfannkuchen-Rezepte gibt es ungefähr so viele wie Sterne am Himmel. Es gibt Pfannkuchen, die mit Buttermilch, normaler Milch, vielen Eiern, wenig Eiern, Vollkornmehl, Vanillezucker, usw. gemacht werden. Es gibt deftige und süße Varianten, dünne große und dickere kleine und ich finde das macht sie interessant.

Ich habe eines der einfachsten Rezepte benutzt, bei dem kein Abwiegen von Zutaten nötig ist. Einen Becher Mehl, einen Becher Milch und ein Ei in eine Schüssel geben und gut verquirlen. Es dürfen keine Klümpchen mehr zu sehen sein. Je nach Geschmack gibt man zu dem Mehl noch eine Prise Zucker und eine Prise Salz. Ja, auch süße Pfannkuchen vertragen eine (kleine) Prise Salz.

Für die kleineren, "fluffigen" amerikanischen "Pancakes" habe ich noch einen gehäuften Teelöffel Backpulver mit an das Mehl gegeben. So gehen die Pancakes etwas mehr auf.

Den Teig gibt man dann in eine heisse Pfanne (kleine bis mittlere Stufe) mit etwas Öl. Wenn die Oberfläche nicht mehr flüssig ist, die Pancakes umdrehen und noch einen Moment braun werden lassen.

Die leicht gezuckerten Erbeeren hatte ich noch vom Vortag im Kühlschrank. Zu den Pancakes passt noch der obligatorische Ahornsirup - oder, weil ich keinen hatte, einfacher Honig.

Ich denke, so ein Stapel Pancakes würde sich auch auf einem Brunch-Buffet gut machen - oder nicht?

Geschrieben von Thomas "Balu" Walter

Mai 3

Eine einfache Suppe mit ein wenig Pfiff aufpeppen macht gleich Appetit auf mehr.

Ich glaube, in England ist die Kombination von Erbsen und Minze sehr beliebt. Vermutlich habe ich das mal in einer Sendung mit einem der britischen Chefs gesehen und jetzt dachte ich mir, ich probiere das einfach mal.

Erbsensuppe mit Minze

Wie bei den meisten Suppen gibt es nicht viel einfacheres. Eine Packung Tiefkühl-Erbsen (300 g?) in einem Topf mit Brühe bedecken und köcheln lassen, bis die Erbsen gar sind.

Die Blätter von einem Bund frischer Minze lösen, fein hacken und zu den Erbsen geben. Beides noch einen Moment köcheln lassen.

Die Erbsen pürieren und wenn die Suppe zu dick wird noch mit etwas Wasser oder Brühe verdünnen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Wie immer würde dazu ein Klecks Creme Fraiche oder saure Sahne passen - wenn denn gerade welche im Kühlschrank ist.

Ich fand die Kombination sehr interessant. Durch die Minze wird das ganze viel frischer. Ich könnte mir die Suppe in der Form sogar in der kalten Version gut im Sommer vorstellen.

Wie immer gibt es unzählige Möglichkeiten die Suppe zu verändern. Wie wirkt sich z.B. ein Spritzer (grüner) Tabasco aus? Das Feuer des Tabascos plus die kühlende Empfindung der Minze ist bestimmt interessant. Oder man nimmt vor dem Pürieren ein paar Erbsen raus und gibt diese anschliessend wieder dazu.

Geschrieben von Thomas "Balu" Walter