Nov 8

Beim Einkauf bin ich vor ein paar Tagen über eine Dose Königsberger Klopse gestolpert und habe prompt Appetit darauf bekommen. Nein, nicht auf das Fertiggericht in der Dose. Das schmeckt üblicherweise wie alle weissen Fertigsoßen nach modifzierter Stärke und immer denselben Aromastoffen und Geschmacksverstärkern.

Also habe ich einfach mal versucht, Königsberger Klopse in meinem 3.5 L Slow-Cooker zu machen:

Königsberger Klopse aus dem Slow-Cooker

Im Netz habe ich keine fertigen Rezepte gefunden. Und weil es sich um einen ersten Versuch handelt, habe ich auch keine genauen Daten, die für ein exaktes Rezept reichen würden. Da aber Eure Zitronen sowieso eine andere Größe haben als meine, reicht vielleicht die folgende Beschreibung.

Eine halbe Zwiebel fein würfeln und von einem 100 g Glas Kapern 2-3 EL der Kapern hacken. Beides mit knapp 350 g Hackfleisch, 1 Ei und 2-3 EL Semmelbrösel gut vermengen und mit Salz und Pfeffer würzen. Etwas Senf könnte dem ganzen noch mehr Geschmack geben, wenn man welchen im Kühlschrank hätte.

Ca. 1 L Gemüsebrühe, den Saft einer halben Zitrone, den Rest Kapern inklusive der Flüssigkeit aus dem Glas und einen Schuss trockenen Weisswein in den Slow-Cooker-Einsatz geben. Mit Salz und Pfeffer würzen. Vielleicht könnte man auch noch ein Lorbeerblatt und / oder etwas Piment mit in die Brühe geben.

Aus dem Hackfleisch-Gemisch ca. 8 kleine Bällchen formen und die Brühe setzen. In meinen 3.5 L Slow-Cooker hätten noch zwei oder drei Bällchen mehr gepasst. Die Flüssigkeitsmenge war jetzt so, dass die Klopse minimal aus der Flüssigkeit schauten.

4-5 Stunden auf High gar ziehen lassen. Ich habe High gewählt, weil ich bei Hackfleisch lieber vorsichtig bin und die hohe Temperatur mir sinnvoller erscheint. Trotzdem müsste sich auch auf Low die nötige Kerntemperatur (> 70 ° C?) erreichen lassen.

Um die Soße etwas anzudicken, 2-3 EL Stärke mit einem kleinen Schuss Milch klumpenfrei vermischen und mindestens 30 Minuten vor Schluss in den Einsatz rühren. Hier war ich mir nicht ganz sicher. Erstens ist die Kombination von Milch und Zitrone gefährlich, weil die Milch gerinnen könnte. Zweitens muss Stärke noch kurz aufkochen, damit sie Soßen andickt. Da das ganze im Slow-Cooker maximal leicht köchelt, reicht das evtl. nicht. Zur Not könnte man aber die Soße noch extra in einer Pfanne aufkochen.

Vor dem Servieren die Soße mit Salz, Pfeffer und vielleicht noch etwas Zucker abschmecken und mit Kartoffeln servieren.

Dazu passt z.B. Rote Bete.

Im großen und ganzen hatte ich leckere Königsberger Klopse als Ergebnis. Beim Andicken der Soße bin ich mir noch nicht sicher. Vielleicht ist es besser / ungefährlicher, die Soße mit einem Eigelb zu legieren.

Geschrieben von Thomas "Balu" Walter

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5 Kommentare

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  1. Ulrike meint:

    Hat dein Hackfleisch auch ein wenig Eiweiß abgesondert, dass die Soße schon etwas andickte? Zum Andicken mindestens 30 min auf "HIGH"

  2. Balu meint:

    Ich habe die Zeit im Beitrag mal angepasst. Die 30 Minuten hat es bei mir vermutlich auch mindestens noch auf High gegart, weil ich dann erst noch Kartoffeln geschält und gekocht habe ;-).

    Jetzt wo Du es sagst... Vor dem Einrühren der Stärke waren mir ein paar "Blobs" aufgefallen, die ich mit untergerührt habe. Daran, dass das Eiweiß vom Hackfleisch sein könnte, habe ich gar nicht gedacht.

  3. Stefan Riedels Blog meint:

    Hallo,

    ist der Name bei dem Slow-Cooker Programm? 4-5 Stunden für Königsberger Klopse find ich schon sehr arg lang. :-)

  4. Balu meint:

    Natürlich ist der Name Programm :-).

    Schau einfach mal in die Kategorie Slow-Cooker. Im ersten Beitrag (http://www.b-a-l-u.de/blog/archives/77-Neues-Gadget-Slow-Cooker-Crock-Pot.html) habe ich die Besonderheiten beschrieben und worum es dabei geht.

    Kurz zusammengefasst: Das Essen wird sehr lange bei niedrigen Temperaturen gegart.

  5. Esther meint:

    Hallo Balu,

    ich habe gestern Keenichsberje Kleepse nach Deinem Rezept auf den Tisch gebracht... sehr lecker, und bei mir ist auch nichts ausgeflockt. Allerdings habe ich ganz zum Schluss (als ich die Kleepse schon aus der Sauce genommen hatte) noch einen guten Schuss Essig untergerührt - dieses Gericht gehört einfach "sauer"! Deine Beschreibung hat mir -wie schon früher- gut geholfen. Und es ist in der Tat einfacher, seine Klöpschen so zu machen, als eine doch aufwenidgere Bechamel zu rühren, die dann noch gerinnen könnte! Das ist mir nämlich im Slowpot nicht passiert

    Danke also für Dein Blog, es inspiriert mich :-), sagt Esther

    ... bei der gerade daheim Hühnerkeulen und Gemüse zu Deiner Hühnersuppe aus dem Crocky schmurgeln - ich werde natürlich auch hierzu berichten!

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