Bei dem Gericht, dass ich im Rahmen vom Blog-Event LVIII - Kulinarisches aus Film und Literatur veröffentliche, reicht ein Foto eigentlich nicht, um den Ekelfaktor der Mahlzeit so richtig zu zeigen.
Die auf dem Bild zu sehenden Schlangenwürmer drehen und winden sich nämlich noch auf dem Teller. Und das ist wichtig, denn wie eine alte klingonische Redensart sagt, gibt es nichts schlimmeres als halb-totes Gagh (gesprochen: "Gaach").

Es gibt über 50 verschiedene Arten von Gagh. Die beliebtesten Variationen sind Torgud Gagh (schlängelnd), Filden Gagh (drehend und windend), Meshta Gagh (hüpfend), Bithool Gagh (mit Beinen) und Wistan Gagh (eingelegt in Targ-Blut). Targ-Blut habe ich leider nicht bekommen können, so dass ich einfaches Filden Gagh zubereitet habe. Wobei "zubereitet" natürlich etwas übertrieben ist. Schliesslich isst man originales Gagh ohne Beilagen, Saucen und ohne Gewürze.
Der Geschmack ist sehr deftig und auch ziemlich pikant, bzw. scharf, darum wird es in menschlichen Restaurants meist in verarbeiteter Form verzehrt. Es gibt zum Beispiel sehr leckere Eintopf-Gerichte mit Gagh. Hierfür wird eine große Schüssel Würmer in eine Mischung aus Süß- und Salzwasser (30% / 70%) für zwei Tage eingelegt. Anschließend kocht man die Brühe mitsamt der Würmer etwa eine Stunde, wobei man den Geschmack durch Kräuter und Gewürze leicht anpassen kann. Ist das Gagh zu pikant, gibt man zwei Tassen Targ-Tran unter ständigem Rühren hinzu, bis sich eine gelbliche Schicht auf den Würmern bildet. Diese verleiht dem Gericht den typisch schalen Geschmack des Targ-Trans.
Egal, ob Science-Fiction-Fan oder nicht. Das Stichwort Klingonen gehört meiner Meinung nach zum Allgemeinwissen, genauso wie man schon mal vom Star-Trek-Universum gehört haben sollte. Und da es noch ein paar Jahre dauert, bis wir fremde Welten erkunden und sich die Vereinigte Föderation der Planeten bilden wird, musste ich etwas improvisieren.
Das "Gagh" besteht aus japanischen Udon-Nudeln, den dicksten Nudeln der japanischen Küche. Sie werden 10 Minuten in (ungesalzenem) Wasser gekocht. Üblicherweise schreckt man die Nudeln anschließend ab, bevor sie z.B. in heisser Brühe serviert werden.
Bei mir gab es keine Brühe. Ich habe die noch heißen Nudeln nur mit schwarzer Bohnenpaste vermengt. Die Paste habe ich zum ersten Mal verwendet. Sie ist so aromatisch, dass keine weiteren Gewürze nötig sind. Um etwas Schärfe reinzubringen, habe ich aber noch etwas Sriracha-Soße benutzt. Das Ergebnis war ein einfaches kleines Nudelgericht, das sich aber bestimmt auch als Beilage eignet.
Sowohl die Udon-Nudeln als auch die schwarze Bohnenpaste gibt es im gut sortierten Asia-Laden.



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