Heute gab es ein klassisches Imbissgericht bei mir zu Hause: Currywurst mit Pommes.
Eigentlich handelt es sich dabei um nichts Besonderes, ausser dass ich den Ketchup selber gemacht habe. Das Rezept stammt aus der Datenbank von Top Secret Recipes und soll eine Kopie des berühmten Heinz Ketchups sein.

Das Rezept ist sehr einfach gestrickt. Man benötigt ca. 170 g Tomatenmark (6 Ounce), 120 ml Maissirup (1/2 cup), 120 ml weissen Essig (1/2 cup), 60 ml Wasser (1/4 cup), 1 Esslöffel Zucker, 1 Teelöffel Salz, 1/4 Teelöffel Zwiebelpulver und 1/8 Teelöffel Knoblauchpulver.
Hier fangen dann allerdings die Probleme an. Maissirup ist in deutschen Supermärkten nicht bzw. nur schwer zu bekommen. Ich bin durch Zufall in einem asiatischen Online-Shop darauf gestossen, bei dem auf der Arbeit eine Sammelbestellung gemacht wurde. In deutschen Lebensmitteln taucht Maissirup oft als Glucose-Fructose-Sirup auf. Allerdings wird das quietschsüße und sehr klebrige Zeugs glaube ich nicht in den Maßen benutzt wie in den USA. Dort wird der Sirup z.B. als Hauptsüßungsmittel in fast allen Softdrinks benutzt.
Problematisch ist laut Wikipedia-Eintrag, dass Fructose nicht insulinabhängig verstoffwechselt wird. Das bedeutet, dass das für das Sättigungsgefühl nötige Insulin schlicht übersprungen wird. Ausserdem soll Fructose die Fettsynthese fördern.
Jedenfalls gibt man die Zutaten in einen kleinen Topf oder eine Kasserole und verquirlt das ganze auf mittlerer Hitze zu einer homogenen Masse. Sobald die Mischung anfängt zu kochen, dreht man die Hitze runter und lässt sie für ca. 20 Minuten köcheln. Hierbei ist es wichtig, immer mal wieder umzurühren.
Nach 20 Minuten nimmt man den Topf vom Herd und lässt den Ketchup zugedeckt abkühlen. Wenn man ihn nicht sofort verbrauchen will, kann man ihn auch z.B. in eine Squeeze-Flasche oder ein Glas mit Deckel geben. Im Kühlschrank sollte er sich für ein paar Tage halten.
Mir persönlich war der Ketchup sowohl zu süß, als auch zu sauer. Beim nächsten Versuch werde ich darum die Tomatenmark-Menge erhöhen und sowohl den Essig- als auch den Sirupanteil stark verringern. Aufgrund der oben aufgezählten Punkte werde ich auch versuchen, den Sirup komplett wegzulassen und statt dessen Honig oder nur Zucker zum Süßen benutzen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass Caramel-Creme/-Sirup eine interessante Variante darstellt.
Die zickzack-förmigen Linien über den Pommes und der Wurst ist übrigens Balsamico-Creme. Bisher hatte ich zwar öfters mal davon gelesen, sie aber noch nie selber verwendet. Aktuell darauf gestossen bin ich in einem Artikel bei Fool for Food. Claudia beklagt dort die inflationäre Verwendung dieses "Wundermittels" zu allen Gelegenheiten - insbesondere zu Gerichten, zu denen es garnicht passt. Dabei äußerte sie die Befürchtung, demnächst auch Currywurst mit Pommes mit der Creme zu bekommen.
Und naja, ich bin bekannt dafür, die seltsamsten Sachen auszuprobieren (ausser Fisch
). Ausserdem war ich mal wieder frech und habe in den Kommentaren gefragt, ob die Creme über die Wurst oder die Pommes soll. Die Antwort folgte eine knappe Stunde später: "Im Zickzack über beides". Das Ergebnis ist oben zu sehen.
So schlimm ist die Variante übrigens nicht. Im Ketchup ist so viel Essig, dass ein wenig Balsamico-Creme die Sauce nicht wirklich saurer macht. Und in England werden Pommes schon immer(?) mit Essig gegessen. Ich wusste also auf was ich mich da einlasse
.


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