Dez 31

Ich glaube vor ein paar Monaten habe ich das erste Mal in einem meiner vielen abonnierten Food-Blogs von einem "slow cooker" gelesen. Geräte dieser Art sind auch als "Crock-Pot" bekannt. "Crock-Pot" ist ein Markenname, der ähnlich wie "Tempo" für Papiertaschentücher als allgemeiner Begriff in den Sprachgebrauch übernommen wurde. Bis dahin hatte ich noch nie von diesem Gerät gehört.

Es handelt sich dabei um einen elektrisch betriebenen Kochtopf, in dem Speisen bei relativ geringen Temperaturen gegart werden. Üblicherweise haben die Töpfe heutzutage einen herausnehmbaren Keramik- oder Porzellan-Einsatz, in dem das eigentliche Gericht gegart wird. Der Keramik-Einsatz dient sowohl als Kochgeschirr als auch als Wärmespeicher und kann ausserdem zum Servieren benutzt werden.

Morphy Richards Slow Cooker Modell 48720

Die meisten Geräte haben mehr als eine Temperatur-Einstellung - üblich sind zwei: Low (niedrig), zum Garen bei etwas über 70 °C, und High (hoch) für eine Temperatur um die 90 ° C. Andere Geräte haben auch noch eine Einstellung Medium (mittel) oder eine Warmhaltestufe. Ist eine Automatik-Stufe vorhanden, heizt diese erst eine Stunde auf High und schaltet dann auf Low runter. So wird die gewünschte Gartemperatur schneller erreicht. Egal bei welcher Einstellung überschreitet die Gartemperatur niemals 100 °C. Hat ein Gerät mehrere Temperaturstufen, so kann die Garzeit gezielter geplant werden. Eine Stunde auf High entspricht üblicherweise zwei Stunden auf Low.

Es gibt slow cooker in allen erdenklichen Größen zwischen 500 ml und 7 L. Weit verbreitet sind Geräte mit 3,5 L und 6,5 L oder Zwischengrößen.

Ein oft aus Glas bestehender Deckel auf dem Keramik-Einsatz sorgt dafür, dass die Hitze und die zum Garen nötige Flüssigkeit nicht aus dem slow cooker entweicht. Der Deckel sollte dabei niemals während eines Kochvorgangs abgenommen werden, da sonst ein Großteil der Hitze verloren geht und der Topf erst wieder auf Temperatur gebracht werden muss.

Das Besondere am slow cooker sind die langen Garzeiten aufgrund der niedrigen Temperaturen. Diese haben für viele Gerichte nicht zu unterschätzende Vorteile: Das Aroma von Suppen und Eintöpfen wird intensiver, Fleisch wird durch den langen Garprozess zarter und Soßen bekommen mehr Geschmack. Die Bauweise der Geräte erlaubt es auch, den Topf schon morgens anzustellen, zur Arbeit zu gehen und wenn man Abends nach Hause kommt, ist eine leckere Mahlzeit fertig.

Der Stromverbrauch soll dabei wesentlich geringer sein, als etwas auf dem Herd oder im Ofen bei niedrigen Temperaturen zuzubereiten.

Aber auch Nachteile werden genannt. Vitamine werden bei niedrigen Temperaturen durch Enzyme zersetzt. Diese Enzyme lassen sich nur durch hohe Temperaturen "deaktivieren", weshalb oft empfohlen wird Gemüse vorher kurz in kochendem Wasser zu blanchieren. Manche Sorten Bohnen enthalten Gifte, die erst durch einen Kochprozess ungefährlich werden. Bohnen aus der Dose wurden bereits gekocht, aber rohe Bohnen sollte man darum ebenfalls vorkochen.

Da ich gerne Suppen, Eintöpfe und Aufläufe esse, fand ich diese Art von Geräten sehr interessant. Und spätestens seitdem ich weiß, wie lecker sehr lange köcheln gelassenes Ragu (Bolognese-Sauce) schmeckt, habe ich auch den Sinn hinter dem langsamen Kochen verstanden. Für mich stand also sehr schnell fest, dass ich so einen Apparat brauche.

Der Weihnachtsmann war dann auch so nett, mir das oben abgebildete Modell als Geschenk zu machen.

Geschrieben von Thomas "Balu" Walter

2 Trackbacks

  1. Balus Blog

    Gemüse-Omelett
    Auch heute gab's wieder ein deftiges Frühstück - da bin ich ja sowieso eher ein Fan von. Omelett mit Paprika, Tomaten, Pilzen, Zwiebel und Kräutern Auf den Teller gab es ein klassisches Gemüse-Omelett mit zwei Eiern, Paprika, Tomaten, Pilzen, einer

  2. Balus Blog

    Morphy Richards Kundenservice
    Meinen ersten Slow-Cooker habe ich jetzt seit fast einem Monat und habe auch schon das ein oder andere Gericht damit gekocht. Morphy Richards Slow Cooker Modell 48720 Aufgefallen ist irgendwie niemandem, dass ich in meinem ursprünglichen Beitrag das

6 Kommentare

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  1. Ulrike meint:

    Da warst du wohl sehr brav, wo du Rezepte findest, weißt du ja.

    Guten rutsch ins Neue Jahr!

  2. zitronencurry meint:

    Kann man darin wirklich Bolognese kochen? Ich dachte, das geht nur in der offenen Pfanne?

  3. Balu meint:

    Vielleicht müssen wir erstmal klären, was Bolognese / Ragu ist.

    Denn eine solche Frage führt schnell zu einer hitzigen Diskussion, wo zur Not auch mal Handtaschen fliegen wie bei Sofia Loren im Film "Sabato, Domenica a Lunedi". Sie geht dort in eine Fleischerei und bestellt Zutaten für Ragu. Die anwesenden Damen und Angestellten geraten über die Zutaten in einen heftigen Streit und schließlich die Polizei kommen muss :-)

    Leider kann ich kein italienisch:

    http://www.youtube.com/watch?v=C-9hAlmDVjQ

    Mein Ragu-Rezept jedenfalls erfordert ein stundenlanges (mindestens 4 Stunden) köcheln auf kleiner Flamme.

    Dann bekommt die Sauce ein Aroma, das man garnicht mehr mit dem einer Hackfleisch-Tomatensauce vergleichen will. Auch das Fleisch bekommt eine andere Konsistenz.

    Aber ich veröffentliche mein Rezept hier bestimmt demnächst mal. :-)

  4. Sivie meint:

    Das mit den Temperaturen irritiert mich jetzt aber etwas. Ich hatte auch mit dem Gedanken gespielt mir einen Crock zu kaufen.

    Dann habe ich aber einige Crocky-Rezepte im Backofen aufprobiert (mein Garraum ist kleiner als normal und der Ofen ist sehr dicht) und Ulrike und Gabi hatten mit für Low 100° und für High 130° mitgeteilt.

    Stehen deine Temperaturen in der Bedienungsanleitung, oder hast du gemessen.

    Meine Gerichte waren bei den Temperaturen meist auch eher fertig bzw. war das Gemüse schon sehr weich.

    Ich versuche auch eine Suppe pro Woche zustande zu bringen. Der schwierigere Teil daran ist das Verbloggen...

  5. Balu meint:

    Die Infos habe ich irgendwo gelesen, aber inzwischen vom Hersteller bekommen:

    low: ca. 80 °C

    medium: 1. Stunde High, dann weiter auf Low

    high: 90 °C

    Ich vermute einfach, dass im Ofen evtl. mehr Wärme verloren geht. Deine Zahlen jedenfalls habe ich auch schon gehört.

    Vielleicht ist es auch eine Frage, wo gemessen wird...

  6. Sivie meint:

    Danke für deine Info.

    Die Zahlen kamen von den Crocky-Besitzerinnen um das Slow Cooking im Ofen auszuprobieren. Ob das gemessen oder gelesen war weiß ich nicht.

    Das zu wenig Wärme da war kann ich nicht behaupten. Eher waren meine Garzeiten kürzer als geplant.

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