Der Grund für unseren zweitägigen Kurztripp nach Hamburg in der letzten Woche war ein Besuch bei FRoSTA. Unsere FRoSTA-Scout-Ansprechpartner Sylwia, Marike und seit kurzem auch Stefanie hatten uns zu einem Besuch im Zusatzstoffmuseum und anschließender Gesprächs- und Probier-Runde ins Hamburger FRoSTA-Bistro eingeladen.
Das Zusatzstoffmuseum ist ein Projekt der Hamburger Lebensmittelstiftung und wird unter anderem von FRoSTA und der durch ihre Saftboxen und Saftblog bekannten Kelterei Walther unterstützt. Beide Firmen verzichten bei der Herstellung ihrer Produkte konsequent auf den Einsatz von Zusatzstoffen. An der wissenschaftlichen Entwicklung sind die Lebensmittelchemiker Prof. Dr. Georg Schwedt und Udo Pollmer beteiligt.
Der erste Eindruck beim Besuch des Museums war für mich eher enttäuschend, denn eigentlich gibt es nicht viel zu sehen. Wenn man das Museum betritt, erklärt eine Zeittafel die Nutzung von Zusatzstoffen im Verlauf der Geschichte. Auffällig sind im Hauptraum die bedruckten Wände, die den Eindruck von Regalen in einem Supermarkt machen. Im Museum selber gibt es eher wenige Ausstellungsstücke, dafür aber umso mehr Informationen.
Gleich beim Eintritt steht man vor einem Regal, in dem eine Auswahl an erlaubten und verwendeten Zusatzstoffen zu sehen ist.

Insgesamt dürfen in der EU tausende von Zusätzen zur Herstellung von Lebensmitteln verwendet werden. Hierzu zählen Aroma- und Farbstoffe, Enzyme und natürlich Geschmacksverstärker. Viele müssen nicht einmal bei den Zutaten aufgelistet werden, da sie nur für die Produktion verwendet werden, aber im endgültigen Produkt nicht mehr vorkommen.
Wer jetzt glaubt, dass er durch den Kauf vor Bioprodukten vor diesen Stoffen geschützt ist, liegt falsch. Auch im Bio-Bereich sind zahlreiche Zusatzstoffe erlaubt.
Ich schrieb bereits, dass das Museum auf den ersten Blick eher schlicht erscheint. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, dass man sich eine kleine Führung von einem Experten gönnt. In unserem Fall hat uns Herr Niemeyer in einer kurzen Runde die wichtigsten Informationen gegeben. Und diese haben es wirklich in sich.
Ich beschäftige mich jetzt seit einiger Zeit mit meiner Ernährung und versuche immer darauf zu achten, was ich so zu mir nehme. Aus diesem Grund habe ich mich auch mit Geschmacksverstärkern beschäftigt und wusste, dass "natürliche Aromen" nichts mit den eigentlichen Früchten zu tun haben.

Trotzdem blieb mir bei den Ausführungen von Herrn Niemeyer regelmässig der Mund offen stehen. Es ist wirklich unglaublich, wie dreist die Industrie uns Verbraucher an der Nase herumführt. Für die Glutamat-Verachter unter Euch hier ein kleiner Tipp: Achtet in Zukunft auch mal auf die Begriffe Hefeextrakt, Würze, Trockenmilcherzeugnis, usw.
Die tollsten Aromen werden übrigens unter anderem mit Schimmelpilzen hergestellt. Für Zitronensäure kann man sich einfach mal in einem schlecht geputzten Badezimmer umschauen. Für Himbeeraroma nimmt man einfach etwas Zedernholzspäne, mischt sie mit Wasser, Alkohol, verschiedenen Geheimzutaten und kocht das ganze etwas ein. Und weil Zedernholz in der Natur vorkommt, ist das ganze ein "natürliches Aroma".
Schuld an der Misere sind unter anderem wir Verbraucher. Solange wir Produkte immer noch billiger haben möchten, wird die Nahrungsmittelindustrie auch weiterhin Zusatzstoffe mit Sparpotential finden. So gab es eine Schautafel, in der gezeigt wurde, wie teuer es ist, 100 kg Joghurt zu aromatisieren: Frische Himbeeren: 31,50 Euro; Natürliches Aroma (Himbeeren als Grundstoff): 12,50 Euro; Natürliches Aroma Typ Himbeere (aus Sägespäne): 3,65 Euro; Naturidentisches Himbeeraroma (aus künstlichen Grundstoffen): 0,06 Euro.
Spannend war auch der Ausblick in die nähere Zukunft, in der wir vermutlich unsere Pizza nur bis zu einer bestimmten Temperatur erhitzen dürfen, wenn sie noch nach Salami schmecken soll. Überschreitet man die Temperatur, muss man sich mit Thunfisch-Geschmack begnügen. Natürlich ist das nicht für uns wichtig, sondern für die Industrie. Diese kann dann in einem Produktionsablauf unterschiedliche Geschmäcker produzieren, ohne viel umstellen zu müssen.
Leider mussten wir relativ schnell weiter zu unserem Anschlusstermin. Man hat Herrn Niemeyer angemerkt, dass er mit uns locker das dreifache der Zeit hätte verbringen können. Auch mir hätten bestimmt noch ein oder zwei Fragen auf der Zunge gelegen, aber man wartete bereits im Bistro auf uns.
Dort wurden wir von einem Trupp von Mitarbeitern erwartet, die sich nach einer kurzen Begrüßung von Herrn Ahlers selbst vorgestellt haben. Bereits mit im Museum waren Sylwia, Steffi, Marike, Jessica (Öffentlichkeitsarbeit) und Julian (Büro Bistro). Im Bistro haben sich neben Herrn Ahlers noch Herr Matthias (Trade Marketing), Herr Haliw (Büro Bistro), Herr Blunck (FRoSTA Bistro) und Herr Ehlers zu uns gesellt.

Die Gespräche im Bistro waren ebenfalls sehr interessant. Natürlich wurden wir Scouts zu unseren Erfahrungen mit den FRoSTA-Produkten befragt, aber auch wir haben viele Informationen über die Produkte und die Produktion bekommen. Ich persönlich hatte das Gefühl, dass es für das FRoSTA-Team nicht einfach nur die Pflicht "Öffentlichkeitsarbeit" war. Man hat gemerkt, wie wichtig FRoSTA die Meinungen der Kunden sind und dass man stolz auf seine Produkte ist.
Leider waren neben Holger und mir nur noch drei oder vier andere Scouts anwesend. Aber nicht jeder ist so verrückt und nimmt für so einen Termin fast 600 km Fahrt auf sich
.
Während der Diskussionen wurden uns vom Team des Bistros die verschiedensten Gerichte aufgetischt, so dass wir uns durch einen kleinen Teil der FRoSTA-Produkte probieren konnten. Das Sortiment von FRoSTA ist in einem Tiefkühlschrank des Bistros zu bestaunen.

Der gelungene Abschluss des Abends war dann der Nachtisch, den es leider in der Form nicht als Tiefkühlware zu kaufen gibt
. Allerdings benutzt man im Bistro auch hierfür Mangos und Co. aus der FRoSTA-Produktion.

Alles in allem war das Treffen sehr interessant. Vielen Dank an das Scout-Team für die Einladung und die Organisation. Vielleicht schaffen wir es ja wirklich uns bei einem Besuch der Produktion wiederzusehen. Das wären sogar ein paar Kilometer weniger
.
(Die Fotos stammen zum großen Teil von Marike, mehr findet man im Flickr-Set "FRoSTA Scouts in Hamburg").















