Jul 15

Event: Kulinarisches aus Film und Literatur
Ich habe ja gelegentlich mal Fotos von Gerichten, deren Anblick eher abschreckt. Hierfür gibt es hauptsächlich zwei Gründe. Erstens gebe ich mir beim Fotografieren nicht besonders viel Mühe und gestalte den Teller nicht vor einem Foto. Zweitens muss man mit einer Handykamera sehr viel Glück haben, dass ein schönes Bild entsteht.

Bei dem Gericht, dass ich im Rahmen vom Blog-Event LVIII - Kulinarisches aus Film und Literatur veröffentliche, reicht ein Foto eigentlich nicht, um den Ekelfaktor der Mahlzeit so richtig zu zeigen.

Die auf dem Bild zu sehenden Schlangenwürmer drehen und winden sich nämlich noch auf dem Teller. Und das ist wichtig, denn wie eine alte klingonische Redensart sagt, gibt es nichts schlimmeres als halb-totes Gagh (gesprochen: "Gaach").

Filden Gagh

Es gibt über 50 verschiedene Arten von Gagh. Die beliebtesten Variationen sind Torgud Gagh (schlängelnd), Filden Gagh (drehend und windend), Meshta Gagh (hüpfend), Bithool Gagh (mit Beinen) und Wistan Gagh (eingelegt in Targ-Blut). Targ-Blut habe ich leider nicht bekommen können, so dass ich einfaches Filden Gagh zubereitet habe. Wobei "zubereitet" natürlich etwas übertrieben ist. Schliesslich isst man originales Gagh ohne Beilagen, Saucen und ohne Gewürze.

Der Geschmack ist sehr deftig und auch ziemlich pikant, bzw. scharf, darum wird es in menschlichen Restaurants meist in verarbeiteter Form verzehrt. Es gibt zum Beispiel sehr leckere Eintopf-Gerichte mit Gagh. Hierfür wird eine große Schüssel Würmer in eine Mischung aus Süß- und Salzwasser (30% / 70%) für zwei Tage eingelegt. Anschließend kocht man die Brühe mitsamt der Würmer etwa eine Stunde, wobei man den Geschmack durch Kräuter und Gewürze leicht anpassen kann. Ist das Gagh zu pikant, gibt man zwei Tassen Targ-Tran unter ständigem Rühren hinzu, bis sich eine gelbliche Schicht auf den Würmern bildet. Diese verleiht dem Gericht den typisch schalen Geschmack des Targ-Trans.


Egal, ob Science-Fiction-Fan oder nicht. Das Stichwort Klingonen gehört meiner Meinung nach zum Allgemeinwissen, genauso wie man schon mal vom Star-Trek-Universum gehört haben sollte. Und da es noch ein paar Jahre dauert, bis wir fremde Welten erkunden und sich die Vereinigte Föderation der Planeten bilden wird, musste ich etwas improvisieren.

Das "Gagh" besteht aus japanischen Udon-Nudeln, den dicksten Nudeln der japanischen Küche. Sie werden 10 Minuten in (ungesalzenem) Wasser gekocht. Üblicherweise schreckt man die Nudeln anschließend ab, bevor sie z.B. in heisser Brühe serviert werden.

Bei mir gab es keine Brühe. Ich habe die noch heißen Nudeln nur mit schwarzer Bohnenpaste vermengt. Die Paste habe ich zum ersten Mal verwendet. Sie ist so aromatisch, dass keine weiteren Gewürze nötig sind. Um etwas Schärfe reinzubringen, habe ich aber noch etwas Sriracha-Soße benutzt. Das Ergebnis war ein einfaches kleines Nudelgericht, das sich aber bestimmt auch als Beilage eignet.

Sowohl die Udon-Nudeln als auch die schwarze Bohnenpaste gibt es im gut sortierten Asia-Laden.

Geschrieben von Thomas "Balu" Walter

Mai 11

Eigentlich bin ich ja eher ein deftiger Frühstücker. Wurst und Käse mag ich irgendwie lieber auf Brot als Marmelade. Seit einigen Monaten gibt es aber hauptsächlich kernige Haferflocken mit Quark oder Joghurt und Früchten oder mal ein belegtes Brötchen aus der Mensa.

Am Sonntag bin ich dann erst spät aufgewacht und hatte irgendwie Hunger auf etwas anderes. Und gestern habe ich dann überlegt, dass es zum 5. Geburtstags-"Jubiläums-Blog-Event LVI - Brunch & Giveaway" passen könnte: Pancakes - die amerikanische Version unserer Pfannkuchen.

Pancakes mit Erdbeeren

Pfannkuchen-Rezepte gibt es ungefähr so viele wie Sterne am Himmel. Es gibt Pfannkuchen, die mit Buttermilch, normaler Milch, vielen Eiern, wenig Eiern, Vollkornmehl, Vanillezucker, usw. gemacht werden. Es gibt deftige und süße Varianten, dünne große und dickere kleine und ich finde das macht sie interessant.

Ich habe eines der einfachsten Rezepte benutzt, bei dem kein Abwiegen von Zutaten nötig ist. Einen Becher Mehl, einen Becher Milch und ein Ei in eine Schüssel geben und gut verquirlen. Es dürfen keine Klümpchen mehr zu sehen sein. Je nach Geschmack gibt man zu dem Mehl noch eine Prise Zucker und eine Prise Salz. Ja, auch süße Pfannkuchen vertragen eine (kleine) Prise Salz.

Für die kleineren, "fluffigen" amerikanischen "Pancakes" habe ich noch einen gehäuften Teelöffel Backpulver mit an das Mehl gegeben. So gehen die Pancakes etwas mehr auf.

Den Teig gibt man dann in eine heisse Pfanne (kleine bis mittlere Stufe) mit etwas Öl. Wenn die Oberfläche nicht mehr flüssig ist, die Pancakes umdrehen und noch einen Moment braun werden lassen.

Die leicht gezuckerten Erbeeren hatte ich noch vom Vortag im Kühlschrank. Zu den Pancakes passt noch der obligatorische Ahornsirup - oder, weil ich keinen hatte, einfacher Honig.

Ich denke, so ein Stapel Pancakes würde sich auch auf einem Brunch-Buffet gut machen - oder nicht?

Geschrieben von Thomas "Balu" Walter

Jan 28

Der Slow-Cooker ist das ideale Gerät für Suppen, Eintöpfe, Gulaschs, Schmorgerichte usw. die oft sowieso lange garen müssen, damit der Geschmack gut durchzieht.

Da ich schon länger nicht mehr bei Blog-Events mitgemacht habe, kommt mir darum der Event "Eintopf" vom Kochtopf umso mehr gelegen.

Es gibt in den einschlägigen Blogs und Foren eine Menge Rezepte für Erbsensuppen bzw. -Eintöpfe.

Ich habe mir die Rezepte zwar durchgelesen, mich dann aber doch entschieden einfach etwas selber zusammen zu würfeln. Der Grundtenor ist sowieso bei allen derselbe:

Erbseneintopf mit Einlage

Ca. 250 g Kartoffeln schälen und würfeln. Ein Bund Suppengemüse putzen und in Scheiben oder Würfel schneiden. 2 Mettwürstchen (für die westfälische Variante) ebenfalls in Scheiben schneiden. Ein übrig gebliebenes Stück Kassler würfeln.

Alle Zutaten zusammen mit 500 g Schälerbsen in den Slow-Cooker geben und mit Brühe auffüllen, so dass alles mit Flüssigkeit bedeckt ist. Mein 3.5 L Slow-Cooker hatte dann noch ca. 2 cm Platz zum Deckel, was die empfohlene Maximal-Füllmenge um ca. einen halben Zentimeter überschreitet.

Bis hierhin konnte es nicht einfacher sein, aber dann fingen die Probleme auch schon an. Ich habe den Slow Cooker Abends um 23 Uhr eingestellt, weil ich davon ausgegangen war, dass 8-9 Stunden Garzeit auf Low reichen würden. Morgens wurde ich dann allerdings von noch absolut steinharten Erbsen und quasi rohen Kartoffeln enttäuscht.

Aber was solls. Es ist ein Slow-Cooker, den ich auch über Tag einfach weiter köcheln lassen kann. Also bin ich zur Arbeit gefahren und habe erst gegen 17 Uhr wieder nachgeschaut: Da waren die Erbsen doch tatsächlich immer noch hart.

Es gibt jetzt mehrere Möglichkeiten: Entweder mein Slow-Cooker wird auf Low nicht heiss genug, um Hülsenfrüchte zu garen oder er war schlicht zu voll, so dass die Heizkraft nicht ausreichte. Vielleicht hätte ich auch die Schälerbsen erst einweichen sollen (obwohl ich die genommen habe, weil sie das eben nicht brauchen).

Besser wurde es, als ich das ganze dann auf High gedreht und nochmal 3 oder 4 Stunden habe garen lassen. Dann bekam der Eintopf langsam die gewünschte Konsistenz. Ein Großteil der Erbsen löste sich (beim Rühren) quasi auf und sorgte so ohne extra Pürieren für einen schönen dicken Eintopf.

Zusätzlich zu den schon enthaltenen Mettwürstchen und dem Kassler gab es dann noch ein Geflügel-Würstchen als Zugabe.

Beim nächsten Mal werde ich erstens weniger kochen. Ich habe jetzt zwei Tage von der Suppe gegessen und immer noch mehr als die Hälfte im Kühlschrank. Ich werde das gleich noch portionsweise einfrieren, so dass ich erstmal genug Vorrat an Erbsensuppe haben sollte. Zweitens werde ich direkt auf der Stufe High loslegen. Ich rechne dann mit einer Garzeit von 4-5 Stunden, aber das muss eben ausprobiert werden.

Wenn das auch nicht klappt, werden die Erbsen erst über Nacht eingeweicht. Schlägt auch das fehl, gibt es weiter die leckere Erbsensuppe aus der Kanone auf dem Wochenend-Markt am Dom. :-)

Der Eintopf gilt übrigens als Nachzüger für die Suppe, die letzte Woche auf dem Plan stand. Sie war leider ausgefallen, weil der Kürbis von innen angefangen hatte zu schimmeln. Diese Woche wird also noch eine Suppe auf dem Plan stehen.

Geschrieben von Thomas "Balu" Walter

Dez 1

Vor fast einem Monat habe ich eine Vermisstenmeldung aufgegeben, weil mein Paket vom 4. DFssgF-Event (Deutsche Foodblogger schicken sich gegenseitig Fresspakete) noch nicht aufgetaucht war.

Am Samstag stand dann plötzlich ein kleines Päckchen auf der Treppe, leicht mitgenommen, aber noch intakt und mit der folgenden Überraschung:

DFssgF 4, Paket von Kochschlampe

Gepackt und geschickt hat mir mein Päckchen Kochschlampe, die mit dem asiatischen Inhalt quasi einen Volltreffer gelandet hat. Enthalten sind neben selbstgemachter Marmelade (Erdbeer-Rhabarber?), Kokosmilch, Kaffee, Mie-Nudeln, Zitronengras, Brüh-Würfel und drei Sorten Schokolade mit unterschiedlichem Kakao-Gehalt.

Ausserdem war ein kleiner Brief dabei, in dem sie beschreibt, dass das Päckchen erst noch mit ihr umziehen musste. Es ist also kein Wunder, dass es etwas länger gedauert hat. Und ich kann das sehr gut nachvollziehen, weil bei mir auch immer noch einige Kartons unausgepackt in der Wohnung stehen - seit Anfang Oktober...

Im Brief enthalten war auch ein kleines Rezept, das ich mit den Zutaten nachkochen kann. Das wird dann vermutlich in den nächsten Tagen veröffentlicht.

Auf jeden Fall hat Kochschlampe damit genau meinen Geschmack getroffen. Nur der Kaffee wird bei mir wohl etwas länger gelagert, bis er aufgebraucht wurde. Ich bin eher Tee-Trinker, Kaffee gönne ich mir nur gelegentlich.

Rosa, Du kannst mein Päckchen jetzt also auch als erledigt auf die Liste setzen. :-)

Geschrieben von Thomas "Balu" Walter

Jul 31

Als Thema für den Garten-Koch-Event im Juli hat das Gärtnerblog Gurken & Zucchini ausgewählt. Auf der Event-Seite beschreibt Barbara die botanischen Eigenschaften und bittet uns um Rezepte in allen Geschmacksrichtungen, natürlich solange eines der beiden Gemüse verwendet wird.

Aus diesem Grund plane ich schon seit Tagen einen Klassiker(?) zuzubereiten, der gerade bei den hohen Temperaturen im Moment sehr gut passt. Glücklicherweise habe ich es trotz Stress, viel Arbeit und den hohen Temperaturen auch noch vor dem Abgabeschluss heute geschafft und meine Gurken mit allerlei Sachen gefüllt:

Gefüllte Gurken

Es handelt sich hierbei um ein sehr einfaches Gericht, das vielleicht zu einem kalten Buffet passt - oder man ergänzt damit die Salate auf einem Grillabend.

Die einfachste Form der gefüllten Gurke stellt vermutlich die mittlere Version dar. Dort habe ich ein Stück Gurke geschält und halbiert. Anschliessend habe ich mit einem Teelöffel die Kerne aus der Mitte der Gurke rausgeschabt und die Gurke mit Fleischsalat gefüllt. In zwei bis drei Zentimeter breite Streifen geschnitten erhält man kleine Häppchen, die schnell im Mund verschwinden können.

Für die anderen Gurken habe ich eine geschälte Gurke in drei Zentimeter breite Stücke geschnitten und diese ebenfalls ausgehölt. Allerdings habe ich jeweils einen Boden gelassen, damit die Füllung nicht unten entwischt. Ein praktisches Werkzeug hierfür ist ein Ausstecher, mit dem man z.B. Melonenkugeln machen kann. Da ich so etwas nicht in meiner Sammlung habe, musste ich auch hier mit Teelöffel und kleinem Messer auskommen.

Wer die Gurken von aussen nicht komplett langweilig aussehen lassen will, kann z.B. nur Streifen schälen. Die an der Gurke bleibenden grünen Streifen der Schale lassen das ganze ein wenig bunter wirken.

Für die Füllung sind dann der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ich habe z.B. Schafskäsecreme vom Oliven-Verkäufer genommen (die rötliche Füllung). Die andere Füllungen haben als Basis Quark und/oder Frischkäse. In beides habe ich z.B. Kräuter wie Schnittlauch oder Petersilie reingerührt oder die pure Creme mit Radieschenscheiben bzw. Chili oder Frühlingszwiebeln bestückt.

Für ein wenig Abwechslung und einem zusätzlichen Schuss Farbe habe ich den Teller dann noch sternförmig mit roten Paprikastreifen verziert. Et violett (oder so ;-)).

Update 2008-11-30: Kommentare wurden für diesen Beitrag deaktiviert, weil sich ein Trackback-Spammer drauf eingeschossen hat.

Geschrieben von Thomas "Balu" Walter

Jul 13

Eigentlich hatte ich die Saunudeln aus dem letzten Artikel als meinen Beitrag zum Koch-Event "Sau-gut" eingeplant, aber dann bin ich heute noch über ein anderes sau-gutes Thema gestolpert: Die dicken Bohnen, die ich in der letzten Gemüsekiste hatte.

Die dicke Bohne, die in der Wikipedia unter dem Namen Ackerbohne geführt wird, hat noch viele andere Namen: Favabohne, Große Bohne, Pferdebohne, Faberbohne, Puffbohne oder eben Saubohne. Bingo.

Die Bohne ist bei uns schon seit dem Altertum bekannt. Sie stammt vermutlich aus dem Orient und gilt als eine der ältesten Kulturpflanzen. Umso seltsamer ist es, dass mir diese tolle Bohne irgendwie total unbekannt war. Jedenfalls konnte ich mich nicht daran erinnern, sie schon einmal gesehen oder gar gegessen zu haben. Das ist übrigens ein Grund, wieso ich die Gemüsekiste so liebe: Man bekommt immer mal wieder Sachen, die man nicht kennt oder im Laden einfach links liegen lässt.

Saubohnen

Auf dem oberen Bild sieht man die Bohne sowohl im ursprünglichen Zustand als auch geschält. Die einzelnen Samen haben dann noch eine Schutzhülle. Diese kann man sehr einfach entfernen, nachdem die Bohnen ca. 5-6 Minuten gekocht und mit kaltem Wasser abgeschreckt wurden. Chef John, dessen Video-Blog ich übrigens allen englischsprachigen Lesern empfehlen möchte, hat die Vorgehensweise einmal sehr detailliert in einem seiner Videos (Cool Beans - Turning the Mysterious Fava Bean Inside Out) gezeigt. Dass ich die Bohne also zumindest schon mal online gesehen habe ist mir eingefallen nachdem ich den Namen Favabohne gelesen hatte.

"Event Sau-gut: Saubohnen als Beilage" vollständig lesen

Geschrieben von Thomas "Balu" Walter

Jul 12

Hausmannskost 2.0 ist der Ideengeber für das aktuelle Event im Kochtopf: "Sau-gut". Laut Blog-Eintrag soll es um die Sau gehen - gebraten, gesotten, gepökelt, geräuchert oder wie auch immer zubereitet. Und damit Vegetarier nicht ausgeschlossen werden, sind sogar Marzipanschweine erlaubt.

Und daher dachte ich, ich bin mal wieder frech und wähle ein Rezept, das Karl Dall mit Alfred Biolek bei "Alfredissimo! Kochen mit Bio" gekocht hat. Wieso frech? Nunja - es kommt zwar ein wenig Schwein im Hackfleisch vor, aber die eigentliche Zuordnung zum Event kommt durch den Namen zustande: Saunudeln.

Im Internet findet man viele Versionen dieses Rezepts. Im großen und ganzen lassen sich aber alle auf den folgenden gemeinsamen Nenner bringen:

Saunudeln

"Event Sau-gut: Saunudeln" vollständig lesen

Geschrieben von Thomas "Balu" Walter